„Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnt zu leben.“ Marcus Aurelius-römischer Kaiser

Die Winterzeit wird auch die Zeit der Rückzuges genannt und die Zeit der Starre. Im Winter wird es immer dunkler, das Licht zieht sich zurück. Was im Außen passiert, passiert auch im Innen. Oft kann die eigene positive Energie nicht aufrecht erhalten werden, die über den Sommer aufgebaut wurde und wir ziehen uns zusammen und werden energielos. In der Natur verschließen sich die Seen und verschwinden unter dem Eis. Wiesen werden verdeckt durch Schnee. Glasklare Scheiben erfrieren und bilden milchige Frostmuster. Was darunter liegt, sehen wird nicht. Das Leben zieht sich zurück. Der Tag geht früh zu Ende, unser Körper ist auch darauf eingestellt, früher zur Ruhe zu finden. So sollten wir auf genügend schlaf achten und auch unsere Aktivitäten überprüfen. Diese Zeit lädt uns dazu ein, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und einen richtigen Umgang mit dem eigenen Rhythmus zu finden. Die Natur macht es uns vor: sie zieht sich nach innen zurück, es ist die Zeit des nach innen schauens. Doch statt diese Zeit für uns selbst zu nutzen, fühlen wir uns oft dazu angetrieben und verpflichtet diese Zeit mit Menschen und der Familie zu verbringen, obwohl wir vielleicht keine Lust dazu haben und diese alljährlichen Rituale uns Energie kosten. Es wird durch Geschäfte gerannt, in der Hoffnung Geschenke zu finden, die dem Andern gefallen. Es werden aufwendige Essen gekocht, die tagelange Vorbereitungen erfordern, aber innerhalb von 1 Stunde aufgegessen wurden. Und wenn man dann beisammen ist, ploppen alte Streitereien und Themen auf. Nicht nur im privaten Rahmen, sondern auch beruflich ist die Zeit vor Weihnachten oft eine der stressigsten. Wurden Jahresziele erreicht? Ist alles für das nächste Jahr bereit? Oft erlebt man: die Menschen werden unruhiger und aggressiver. Wir erschöpfen unsere Lebensenergie! Wie können wir diese Zeit der Energielosigkeit also nutzen um nicht unsere Reserven zu erschöpfen? Wir müssen achtsam mit unserer Aufmerksamkeit umgehen. Aufmerksamkeit ist nicht nichts anderes als eine Form von Fokus, welchem unsere Energie folgt. Wohin richten wir also unseren Fokus? -Auf Dinge, die wir nicht beeinflussen können? -Auf Dinge, die wir beeinflussen können, aber die es nicht wert sind, sich mit ihnen zu beschäftigen? Oder richten wir unsere Energie -auf die Dinge, die wir beeinflussen können, und für uns auch Wert sind beeinflusst zu werden? Wenn wir unseren Fokus also nur noch auf die Dinge ausrichten, die wir beeinflussen können und auch WOLLEN, so haben wir schon einen großen Teil der Energieräuber entfernt. Unsere Aufmerksamkeit, darf dann auch nach innen gehen um uns zu Fragen: Was habe ich dieses Jahr alles an Erfahrungen gemacht? Was für Wünsche habe ich für das nächste Jahr? Was für Ziele habe ich? Was macht mich glücklich und zufrieden? Was ist mein Herzenswunsch? Diese aktive Reflexion und Neuausrichtung ist wichtig, denn unter der Schneeschicht beginnen die Samen zu keimen und fangen mit den richtigen Temperaturverhältnissen dann an zu wachsen. Das nächste Jahr beginnt also schon jetzt! In diesem Sinne alles Liebe und Gute für die Weihnachtszeit und den Übergang in das nächste Jahr, Ihre Tanja Votteler